Unterwegs auf vielen Stiegen – Zwei Tage Wandern in der sächsischen Schweiz

Als mich kürzlich ein Freund anrief und fragte, ob ich Lust hätte, eine zweitägige Wanderung durch die sächsische Schweiz mit einer Übernachtung im Freien mitzumachen, sagte ich sofort ja.
Ich war zwar schon einige Male, auch mit dem Fahrrad, im Elbsandsteingebirge, aber gewandert bin ich dort noch nicht viel.

Wie schon bei meiner achttägigen Wanderung im Nationalpark Torres del Paine in Chile, im vergangenen Jahr, stellte ich wieder fest, dass das Wandern in einer kleinen Gruppe deutlich mehr Spaß macht, als alleine.

Von der kleinen Ortschaft Schmilka, direkt an der tschechischen Grenze gelegen, ging es zu Beginn gleich steil hinauf bis zur ‚Kleinen Bastei‘, einem Aussichtspunkt auf 276 m Höhe, von wo aus man einen schönen Rundumblick über das Elbtal hat.

Wenn man in der Sächsischen Schweiz etwas erleben will und schwindelfrei ist, also ich meine jetzt nicht bei Unterhaltungen, sondern die Höhe betreffend, dann sollte man unbedingt mal einige der Stiegen begehen, die Namen tragen wie Zwillingsstiege, Häntschelstiege oder Rübezahlstiege.
Manchmal sind nur Metallstreben am Fels befestigt, manchmal muss man auch einige Meter über steile Felsstufen hinaufklettern oder ……

…… auch durch schmale Spalten und Löcher hindurchschlüpfen. Gut, dass ich schlank bin.

Und dazwischen wird man immer wieder mit traumhaften Ausblicken belohnt.
Ein wahres Naturparadies!

Solche schönen Ausblicke laden natürlich auch zum häufigen Fotografieren ein.

Doch man sollte sich hier beim Wandern nicht allzu sehr von den Ausblicken ablenken lassen. Denn manchmal geht es direkt neben dem Pfad steil nach unten.

Der Höhepunkt des ersten Tages war dann das Boofen. So wird das Übernachten im Freien unter natürlichen Felsüberhängen, geschützt vor Wind und Wetter, genannt. Ein echt geiles Erlebnis!

Und der absolute Höhepunkt war dann der Sonnenaufgang am nächsten Morgen begleitet von einem wahren Zwitscherkonzert der Vögel.

Gut, dass wir am zweiten Tag schon früh gestartet sind. So hatten wir die ersten Stiegen und Pfade fast für uns alleine.

Hier und da klebte auch so manch Profi-Kletterer an den Felswänden. Da erinnerte ich mich an meine ersten Kletterversuche in El Chaltén in Argentinien, wo ich ein wenig ängstlich an einem gegenüber sowas hier, einfachen Felsen hing und einmal mich einfach nicht weitertraute. Erst nach einer Weile und durch die Tipps des Bodenpersonals wagte ich den nächsten Schritt zu tun. Aber wenn man es einmal geschafft hat, ist man stolz darauf und wird süchtig nach mehr.

Viele Männer nutzten ihren Ehrentag zu einem feuchtfröhlichen Ausflug.
Wie diese Gruppe hier, die sogar eine Tischgarnitur bis auf die Schrammsteinaussicht hinaufgetragen hatte.

Bis zu unserem letzten Aussichtspunkt an der Idagrotte, ging es noch einmal hoch hinaus.

Diese zweitägige Wanderung war ein wunderschönes Erlebnis und wird sicher nicht meine letzte Wanderung in der sächsischen Schweiz gewesen sein.

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